EdiMotion 14. – 17.10.2022

Workshops

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Freund oder Feind – Was bedeutet hoher VFX-Anteil für den Schnitt?

Dozent: Alexander Berner
Freitag, 14.10.2022, 10:00-13:30 Uhr

Big-Budget-Filme leben oft von ihnen, aber auch im „Mittelfeld“ des deutschen Films nimmt der Anteil von VFX stetig zu. Was bedeutet das in der Praxis für die Montage? Wie schneidet man das, was noch Vorstellung ist und erst Welt werden soll? Und was, wenn die Haptik dieser Welten zu clean und künstlich wird, kann Montage hier gegensteuern? Wie geht man mit den Reaktionen eines Hauptdarstellers um, wenn er eine CGI-Hauptfigur als Anspielpartner hat? Und was heißt es, wenn das Weglassen oder Hinzufügen einer Einstellung nicht nur eine kreative, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung ist, weil sie ggf. einen Unterschied von 100.000 Euro ausmacht?

Alexander Berner hat unzählige Erfahrungen in der Montage von VFX-geprägten Filmen gesammelt: Bereits 2012 im verschachtelten Genre-Crossover „Cloud Atlas“, im Warchowski-Nachfolgeprojekt, dem Sci-Fi-Feuerwerk „Jupiter Ascending“ mit seinen animierten Planeten, Raumschiffen und Portalen, in den CGI-gebauten Tresorwelten und VFX-Action-Stunts von Matthias Schweighöfers „Army of Thieves“ oder jüngst als Co-Regisseur der „Känguru-Verschwörung“. Im Workshop gibt er Einblicke in spezielle Herausforderungen und Lösungsansätze bei diesen und anderen Projekten und berichtet über die Kommunikation und Arbeitsabläufe im Zusammenspiel mit Animator*innen und Regie.

Das Private ist politisch - Dokumentarfilmmontage unter ethischen und politischen Gesichtspunkten

Dozentin: Sandra Brandl
Freitag, 14.10.2022, 10:00-13:30 Uhr

Die Montage im Dokumentarfilm steht im Schneideraum oft vor Herausforderungen und schwierige Entscheidungen: Welche Szenen kommen in den Film und vor allem wie werden sie erzählt? Welches Material für die Montage ausgewählt wird, entscheidet über die Aussage der Szene und beeinflusst die Erzählung im Film. Wie gehen wir mit Protagonist*innen um? Wo sind die feinen Grenzlinien zwischen Entscheidungen im Dienste einer packenden Dramaturgie und dem eventuellen Bloßstellen bis hin zur Gefährdung von Protagonist*innen? Oft entscheiden Dosierung und Tonalität: Werden Eheprobleme öffentlich im Film verhandelt oder spüren wir das Problem nur subtil und lassen Konkretes weg? Werden Aussagen von Protagonist*Innen ausgewählt, die für sie politisch gefährlich sein können? Und inwieweit kann ein unabhängigen Blick gewahrt bleiben, wenn Protagonist*innen mitentscheiden dürfen, ob eine Szene im Film bleibt oder nicht?

Der Workshop beleuchtet anhand verschiedener Beispiele auch das co-kreative und partizipative Arbeiten im Dokumentarfilm.

Nein, das ist nicht lustig! - Comedy-Editing

Dozent: Rainer Nigrelli
Freitag, 14.10.2022, 14:30-18:00 Uhr
 

Ob eine Komödie funktioniert, ist leicht festzustellen: lacht das Publikum während einer Kinovorstellung fortwährend und ehrlich, dann hat man einen messbaren Beweis dafür, dass ein Film lustig ist. Wie aber montiert man etwas, damit es lustig ist?
Das Feedback, das man im Schnitt bekommt, gibt über die vielen Spezialprobleme Auskunft, denen Filmeditor*innen begegnen: “Zu viele Pausen”, “das Setup ist falsch”, “die Punchline landet nicht”, “dieser Gag killt den anderen Gag”, “das Timing stimmt nicht” bis hin zu “Nein, das ist nicht lustig!”. Aber Rückmeldungen dieser Art reichen nicht, denn Comedyschnitt bedarf praktischer Erfahrungs(schätze) und es ist auch etwas theoretisches Wissen nötig. Beides soll dieser Workshop vermitteln.
Dabei wird es um die Erarbeitung eines Werkzeugkastens gehen, der Filmeditor*innen helfen kann, das Publikum zum Lachen zu bringen. Unter Zuhilfename diverser Beispielszenen und Analysen von Schnittversionen u.a. aus Serien wie “How to Sell Drugs Online (Fast)” geht es auch um den schmalen Grat, auf dem dieser Spezialbereich der Montage wandelt: denn manchmal entscheiden nur wenige Frames darüber, ob etwas lustig ist oder nicht.

Appetit machen - Die Kunst des Trailerschnitts

Dozentinnen: Viola Isenbürger und Patricia Mestanza Niemi
Freitag, 14.10.2022, 14:30-18:00 Uhr

Bei der Fülle der jährlich neu produzierten Filme, bleibt die Frage nicht aus: Welche Relevanz und Einzigartigkeit hat dieser Film und sein Thema? Wir machen uns auf die Suche nach dem Besonderen und fragen uns: „Wenn es nicht da ist, wie erzeuge ich es? oder "Kann ich das „Gewöhnliche“ in ein neues Licht stellen, solange bis ein Blickwinkel entsteht, der irgendwie neu, anders und spannend ist?"
Ob der Zuschauer angetan ist oder abschaltet, hängt von den Zutaten ab, dem Timing und der Dosierung. Im besten Fall kreieren das Thema, die Bilder und die Musik einen Sog, der uns auf eine emotionale Reise mitnimmt und uns am Schluss mit nur einem einzigen Gefühl zurücklässt - „Lust auf mehr“.
Trailer werden heute hauptsächlich online gesehen. Dort entscheiden die ersten drei Sekunden, ob man dranbleibt oder weiterklickt. Umso wichtiger ist es, aus der Masse herauszustechen. Anhand von guten und schlechten Beispielen werden die einzelnen Elemente von Trailern analysiert, verschiedene Ansätze verglichen und gemeinsam diskutiert, ob es ein „Rezept“ für einen guten Trailer gibt, oder wie man das Rad jedes Mal neu erfindet.

Mein liebster Feind? - Zur Beziehung zwischen Regie und Schnitt beim Dokumentarfilm

Dozent: Chris Wright
Freitag, 14.10.2022, 14:30-18:00 Uhr

Einen kreativen Dokumentarfilm herzustellen ist wie eine Reise mit unsicherem Ausgang. Der Dreh ist oft nur bedingt planbar, der Weg nimmt unvorhergesehene Wendungen. Ideen und Absichten lassen sich nicht immer in Material transformieren.
Somit stellt sich oft erst im Schneideraum heraus, was für ein Film es werden kann; welche Formsprache funktioniert, welche Protagonist*innen welche Rollen einnehmen können. Sich auf diesen Prozess einzulassen, stellt besondere Herausforderungen an Regie und Schnitt - Herausforderungen kreativer, aber auch menschlicher Art.

In diesem Workshop soll der Fokus auf der Gestaltung der Zusammenarbeit in diesem Prozess liegen. Wie schaut man Muster? Wie schneidet man? Wann zeigt man Schnittversionen? Wann holt man externe dramaturgische Beratung?

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