EdiMotion23. – 26. Oktober 2020

Edimotion Akademie

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Dramaturgie für's Ohr - Tonkonzepte vor dem PictureLock

Corinna & Tobias Fleig
Freitag, 23.10.2020, 10:00-13:30 Uhr

Dieser Workshop sensibilisiert für die Möglichkeiten des auditiven Erzählens: Ton-Konzepte, die sich aus dem Drehbuch entwickeln, die Dramaturgie vertiefen oder sogar eigene Welten erzählen. Sound, der die Kraft besitzt, sich in etwas Neues zu verwandeln, etwas Emotionales und Narratives zu sein, um Charaktere, Situationen und Spannung aufzubauen.

Welche Chancen ergeben sich durch die frühe Einbindung der Ton-Crew vor dem Dreh? Anhand von ausgewählten Filmbeispielen und Drehbüchern werden Charaktere, Szenen und Dramaturgie auf Tonebene untersucht und Arbeitsabläufe, Timings und Ergebnisse der frühen Zusammenarbeit mit Produktion, Regie, Montage, Komposition, VFX etc. erläutert.

Tobias Fleig, Mischtonmeister und SoundDesigner, lehrt an der Robert-Schumann Hochschule in Düsseldorf „dramaturgisches Sounddesign“. Er arbeitet seit 1996 in der Ton-Post Produktion und ist an der Erstellung von über 100 nationalen und internationalen Kinospielfilmen beteiligt.

Corinna Fleig, seit 2004 freiberufliche SoundDesignerin, studierte Kunst und Germanistik an der Hochschule zu Köln und dozierte an der Film Akademie Ludwigsburg „fiktionaler- und dokumentarischer Filmschnitt“. Sie gründete gemeinsam mit Tobias die MPS SONNENSTUDIO GmbH in Berlin, Köln und Wien.

Narration destillieren - Improvisation montieren

Adrienne Hudson & Gesa Jäger
Freitag, 23.10.2020, 14:30-18:00 Uhr
 

Improvisative Filme bieten Editor*innen die Möglichkeit, nicht nur die Figuren in außergewöhnlichem Maße zu formen, sondern auch massiv Einfluss auf den Bogen der erzählten Geschichte zu nehmen: Diese Filme entstehen noch mehr als reguläre Spielfilme erst im Schneideraum. Sie nutzen die Montage als sichtbares Mittel und wenden sich damit gegen die Auffassung, die Montage sei eine "unsichtbare Kunst" und ein Schnitt dann besonders gut, wenn man ihn kaum wahrnimmt.Mit dieser Entwicklung kommt eine große kreative Freiheit, aber auch eine neue Verantwortung. Gesa Jäger und Adrienne Hudson erarbeiteten bei TIGER GIRL gemeinsam aus demselben Material einen Kinofilm, sowie eine siebenteilige Serie für den rbb. Sie berichten aus dieser und weiteren Erfahrungen (LOVE STEAKS, SO WAS VON DA) von Vor- und Nachteilen, Herausforderungen, Hilfsmitteln und besonderen Erkenntnissen zum Montagevorgang.

Adrienne Hudson schloss 2015 ihr Montage-Studium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf mit ihrem ersten Langspielfilm „Bube Stur“ ab. Seitdem hat sie Spiel-, Dokumentar- und Impro-Filme sowie Fernseh- und Online-Formate montiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Gesa Jäger schloss nach einer Ausbildung zur „Fachkraft für Film- und EB-Schnitt“ beim NDR das Studium der Montage an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf mit dem Schnitt des Kinospielfilms „Love Steaks“ ab. Für diese Arbeit wurde sie 2014 mit dem Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm ausgezeichnet, 2019 folgte der Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm für den gemeinsam mit Louly Seif montierten „Dreamaway“. Zuletzt montierte sie gemeinsam mit Hansjörg Weissbrich die Netflix-Serie „Unorthodox“.

Formen im Wandel - Schneiden im „new normal“

Claudia Trost
Freitag, 23.10.2020, 10:00-13:30 Uhr

"Die Idee zu diesem Projekt entstand nach Schließung der Theater Ende März 2020. Die Beteiligten haben sich nie getroffen." – dieses Manifest erscheint im Intro jeder einzelnen Episode der Miniserie DIE PEST nach Albert Camus, einer Produktion des Theater Oberhausens mit zdfkultur und 3sat. Editorin Claudia Trost berichtet, wie zu Zeiten von Corona aus einer ursprünglich anders geplanten Theater-Inszenierung eine 5-teilige Miniserie wurde. Das Arbeiten im Co-Schneideraum in engem Zeitrahmen wird genauso beleuchtet wie die notwendigen Adaptionen der Produktionsumstände: eine an den Ausnahmezustand angepasste Arbeitsweise und sich verändernde Formen der Zusammenarbeit der Gewerke von Film und Theater. Aber auch auf Genre, Erzählform und Ästhetik der hybriden Form von Theater und Film haben auf die neuen Bedingungen großen Einfluss: Dreh- und Schneideräume erleben in Quarantäne anders dimensionierte, adaptierte Räumlichkeit, die sich auch in Dramaturgie und Bildsprache wiederfindet. Auch die verschiedenen Formen und Kanäle von Kommunikation dieses Gemeinschaftsprojekts werden verdeutlicht: Arbeiten via Zoom, Alternativen im Media Storage, On- und Offline- Schnitt mit Google Drive, unter sich wandelnder Bedeutung von off- und online.

Die Einblicke in dieses konkrete Projekt sollen anregen, eigene Erfahrungen der Teilnehmenden mit neuen Arbeitsbedingungen auszutauschen und zu diskutieren.

Claudia Trost absolvierte nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte das Montage-Studium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und montiert seit ihrem Abschluss 2013 Kunst- und Dokumentarfilme und arbeitet bei Kinospielfilmen und TV-Produktionen wie dem Tatort mit.

Abenteuer Bluescreen - VFX in „Hinterland“

Oliver Neumann
Freitag, 23.10.2020, 14:30-18:00 Uhr

Editor und Produzent Oliver Neumann realisiert mit seiner Firma „Freibeuter Film“ gerade den 1921 in Wien spielenden Ruzowitzky-Film „Hinterland": Die Neuerfindung eines expressionistischen Filmes mit modernen Mitteln. Themenfelder dieses als praxis-orientierte Case-Study angelegten Workshops sind neben der außergewöhnlichen Vorbereitungsphase die Herausforderungen für den Schnitt eines komplett im Blue-Screen gedrehten Filmes, der teilweise zu einem PictureLock finden muss, auch wenn die Bilder noch unbearbeitet sind, sowie Zusammenarbeit und Schnittstellen mit dem Belgischen VFX-Studio.

Oliver Neumann studierte an der Universität darstellende Kunst und Musik in Wien, Abt. Film & Fernsehen, mit Spezialisierung Schnitt und wurde für seine Montagearbeiten, darunter „Meine keine Familie“ und „Joy“, vielfach ausgezeichnet. Er ist Geschäftsführer der „Freibeuter Film“ und als Produzent u.a. Teilnehmer von EAVE und des Rotterdam Labs und wurde auf der Diagonale für Innovative Produktionsleistung bei „Macondo“ ausgezeichnet.

Schnitt und Assistenz - Erwartungen, Rollen und Bedürfnisse im Produktionsprozess von Dokumentarfilmen

Anika Simon
Freitag, 23.10.2020, 10:00-13:30 Uhr

Wie reagieren, wenn von Produktionsseite mal wieder mitgeteilt wird, eine Schnittassistenz sei nicht nötig und würde somit eingespart? In diesem Workshop wird erörtert, warum die Zusammenarbeit von Filmeditor*in und Schnittassistent*in ausschlaggebend für ein reibungsloses Arbeiten im Schnitt ist. Der Schwerpunkt liegt auf der Art und Weise, wie die Teamarbeit von Editor*innen und Assistent*innen möglichst produktiv gestaltet werden kann, so dass ein kreativer und gleichermaßen kosteneffizienter Schnittprozess ermöglicht wird. Dafür notwendig ist eine Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Editor*in und Assistenz, die bereits in der Drehphase beginnt und während der Zusammenarbeit im Schnitt bis zur Fertigstellung des Projekts nicht abbrechen darf. Die Erwartungen beider Seiten spielen hierbei eine gleichberechtigte Rolle. Im Workshop wird auf die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und Herangehensweisen im TV- und Kinobereich eingegangen, wobei der Fokus auf Kinodokumentarfilm-Projekten liegt. Wichtige Fragen sind zudem: Handelt es sich um eine ausschließlich technische Assistenz? Wie kann die Zusammenarbeit aussehen, wenn die Schnittassistenz inhaltlich am Film mitarbeitet? Wo sind mögliche Konfliktfelder und wie kann man sie vermeiden oder lösen? Welches sind gemeinsame Forderungen an Redaktion und Produktion? Der gegenseitige Erfahrungsaustausch und die dazugehörigen Fragen werden dabei Teil des Workshops sein.

Anika Simon, Jahrgang 1973, studierte Theater- Film- und Fernsehwissenschaft an der Universität zu Köln. Ab 2000 arbeitete sie zunächst für 3 Jahre als 1. Schnittassistentin im Dokumentarfilmbereich. Seit 2004 ist sie freiberufliche Filmeditorin für dokumentarische TV-Formen und für Kino-Dokumentarfilme.

Haltung montieren

Katharina Voß
Freitag, 23.10.2020, 14:30-18:00 Uhr

Kein Film existiert in einem luftleeren Raum. Medien haben eine gesellschaftliche Strahlkraft, Filmschaffende sind ein Teil dieser Gesellschaft, der Schnittraum ist ein sozialer Raum. In diesem Workshop wird es darum gehen, wie wir Haltung als Teil des Filmemachens begreifen und diskutieren können. Was ist Haltung, und wie bespricht man Haltungsfragen? Was spricht für eine Trennung von politischen und künstlerischen Fragen, was spricht dagegen? In welchen Produktionsschritten tauchen welche konkreten Haltungsfragen auf? Wo treten Konflikte zwischen Regie und Montage auf den Plan und wie kann man damit umgehen?

Trotz ihrer Relevanz scheinen solche Fragen in der künstlerischen Ausbildung und in der filmemacherischen Praxis wenig besprochen zu werden. Hier bietet sich eine Gelegenheit, sich auszutauschen und den Blick zu schärfen. Der Workshop wird sich nach einer Einführung mit konkreten Fallbeispielen eng an Konflikten orientieren, die die Teilnehmenden in ihrer Montagearbeit erlebt haben.

Katharina Voß arbeitet als freie Editorin, Dozentin, Workshoptrainerin und Schnittassistentin. Sie ist Mitglied im Berliner Filmkollektiv TINT.

Masterclass

Marie-Hélène Dozo
Freitag, 23.10.2020, 10:00-18:00 Uhr
in englischer Sprache

Infos in Kürze

Anmeldung

Formular herunterladen, ausfüllen und an akademie@edimotion.de mailen.

Nach der verbindlichen Anmeldung erhaltet ihr eine Bestätigungsemail mit den Zahlungsdetails. Mit Absendung der Anmeldung akzeptiert ihr unsere Stornierungsbedingungen: Für eine Stornierung ab 3 Wochen vor der Veranstaltung berechnen wir 50%, ab 2 Wochen vorher 80% der Kosten. Vorher ist eine Stornierung kostenfrei möglich, es wird aber eine Bearbeitungsgebühr von 20 € erhoben.

Preise

Masterclass

regulär 380 €
ermäßigt 330 €

Workshops

1/2 Tag: regulär 110,00 €, ermäßigt 90,00 €
1 Tag: regulär 200,00 €, ermäßigt 160,00 €

Ermäßigt ist die Teilnahme für die Mitglieder unserer Kooperationspartner: BFS, aea, sffv, bvft, Filmbüro NW, VeDRA, AG Dok, LaDoc, WIFT.

Early Bird

Bei einer Überweisung bis zum 01. September 2020 reduziert sich der Gesamtrechnungsbetrag um 10,00 €.

Covid-19-Information

Wir sind in ständigem Austausch mit unserem Veranstaltungsort und halten uns laufend über die aktuellen Bestimmungen informiert. Unser Ziel ist es, die Edimotion Akademie "in echt" stattfinden zu lassen. Hier sorgen wir für alle notwendigen Hygienevorkehrungen.
Vorerst vergeben wir nur so viele Plätze, wie die Abstandsbestimmungen zulassen. Wenn wir die Anmeldung bestätigen, ist der Platz sicher. Anmeldungen, die über die Kapazitäten hinausgehen, setzen wir auf eine Warteliste. Gerne könnt ihr euch auf Wartelisten in mehreren Kursen setzen lassen. Sollten sich die Regelungen lockern, lassen wir nachrücken. Sollten sich die Regelungen wieder verschärfen und wir nur sehr wenige oder gar keine Plätze belegen können, behalten wir uns vor, die Akademie online durchzuführen. Auch hier garantieren wir eine konzentrierte Atmosphäre und begrenzen die Zahl der Teilnehmenden auf 20 Personen. In diesem Falle kontaktieren wir euch natürlich so früh wie möglich mit allen weiteren Informationen.

Fotos: Juliane Guder / Edimotion

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