EdiMotion23. – 26. Oktober 2020

Workshops

Formen im Wandel - Schneiden im „new normal“

Claudia Trost
Samstag, 30.01.2021, 10:00-13:30 Uhr

"Die Idee zu diesem Projekt entstand nach Schließung der Theater Ende März 2020. Die Beteiligten haben sich nie getroffen." – dieses Manifest erscheint im Intro jeder einzelnen Episode der Miniserie DIE PEST nach Albert Camus, einer Produktion des Theater Oberhausens mit zdfkultur und 3sat. Editorin Claudia Trost berichtet, wie zu Zeiten von Corona aus einer ursprünglich anders geplanten Theater-Inszenierung eine 5-teilige Miniserie wurde. Das Arbeiten im Co-Schneideraum in engem Zeitrahmen wird genauso beleuchtet wie die notwendigen Adaptionen der Produktionsumstände: eine an den Ausnahmezustand angepasste Arbeitsweise und sich verändernde Formen der Zusammenarbeit der Gewerke von Film und Theater. Aber auch auf Genre, Erzählform und Ästhetik der hybriden Form von Theater und Film haben auf die neuen Bedingungen großen Einfluss: Dreh- und Schneideräume erleben in Quarantäne anders dimensionierte, adaptierte Räumlichkeit, die sich auch in Dramaturgie und Bildsprache wiederfindet. Auch die verschiedenen Formen und Kanäle von Kommunikation dieses Gemeinschaftsprojekts werden verdeutlicht: Arbeiten via Zoom, Alternativen im Media Storage, On- und Offline- Schnitt mit Google Drive, unter sich wandelnder Bedeutung von off- und online.

Die Einblicke in dieses konkrete Projekt sollen anregen, eigene Erfahrungen der Teilnehmenden mit neuen Arbeitsbedingungen auszutauschen und zu diskutieren.

Der Workshop findet online via Zoom statt.

Claudia Trost absolvierte nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte das Montage-Studium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und montiert seit ihrem Abschluss 2013 Kunst- und Dokumentarfilme und arbeitet bei Kinospielfilmen und TV-Produktionen wie dem Tatort mit.

Abenteuer Bluescreen - VFX in „Hinterland“

Oliver Neumann
Samstag, 30.01.2021, 14:30-18:00 Uhr

Editor und Produzent Oliver Neumann realisiert mit seiner Firma „Freibeuter Film“ gerade den 1921 in Wien spielenden Ruzowitzky-Film „Hinterland": Die Neuerfindung eines expressionistischen Filmes mit modernen Mitteln. Themenfelder dieses als praxis-orientierte Case-Study angelegten Workshops sind neben der außergewöhnlichen Vorbereitungsphase die Herausforderungen für den Schnitt eines komplett im Blue-Screen gedrehten Filmes, der teilweise zu einem PictureLock finden muss, auch wenn die Bilder noch unbearbeitet sind, sowie Zusammenarbeit und Schnittstellen mit dem Belgischen VFX-Studio.

Der Workshop findet online via Zoom statt

Oliver Neumann studierte an der Universität darstellende Kunst und Musik in Wien, Abt. Film & Fernsehen, mit Spezialisierung Schnitt und wurde für seine Montagearbeiten, darunter „Meine keine Familie“ und „Joy“, vielfach ausgezeichnet. Er ist Geschäftsführer der „Freibeuter Film“ und als Produzent u.a. Teilnehmer von EAVE und des Rotterdam Labs und wurde auf der Diagonale für Innovative Produktionsleistung bei „Macondo“ ausgezeichnet.

Narration destillieren - Improvisation montieren

Adrienne Hudson & Gesa Jäger
Samstag, 30.01.2021, 14:30-18:00 Uhr
 

Improvisative Filme bieten Editor*innen die Möglichkeit, nicht nur die Figuren in außergewöhnlichem Maße zu formen, sondern auch massiv Einfluss auf den Bogen der erzählten Geschichte zu nehmen: Diese Filme entstehen noch mehr als reguläre Spielfilme erst im Schneideraum. Sie nutzen die Montage als sichtbares Mittel und wenden sich damit gegen die Auffassung, die Montage sei eine "unsichtbare Kunst" und ein Schnitt dann besonders gut, wenn man ihn kaum wahrnimmt.Mit dieser Entwicklung kommt eine große kreative Freiheit, aber auch eine neue Verantwortung. Gesa Jäger und Adrienne Hudson erarbeiteten bei TIGER GIRL gemeinsam aus demselben Material einen Kinofilm, sowie eine siebenteilige Serie für den rbb. Sie berichten aus dieser und weiteren Erfahrungen (LOVE STEAKS, SO WAS VON DA) von Vor- und Nachteilen, Herausforderungen, Hilfsmitteln und besonderen Erkenntnissen zum Montagevorgang.

Der Workshop findet online via Zoom statt

Adrienne Hudson schloss 2015 ihr Montage-Studium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf mit ihrem ersten Langspielfilm „Bube Stur“ ab. Seitdem hat sie Spiel-, Dokumentar- und Impro-Filme sowie Fernseh- und Online-Formate montiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Gesa Jäger schloss nach einer Ausbildung zur „Fachkraft für Film- und EB-Schnitt“ beim NDR das Studium der Montage an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf mit dem Schnitt des Kinospielfilms „Love Steaks“ ab. Für diese Arbeit wurde sie 2014 mit dem Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm ausgezeichnet, 2019 folgte der Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm für den gemeinsam mit Louly Seif montierten „Dreamaway“. Zuletzt montierte sie gemeinsam mit Hansjörg Weissbrich die Netflix-Serie „Unorthodox“.

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