EdiMotion23. – 26. Oktober 2020

© Jule Guder© Jule Guder

Die Schnitt Preise 2020 wurden vergeben

Nach vier intensiven Festivaltagen endete am Montag, den 26. Oktober 2020, unsere 20. Ausgabe mit der feierlichen Vergabe der Schnitt Preise.

In diesem Jahr erhielten den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm, dotiert mit 7.500 Euro von der Film- und Medienstiftung NRW, Stephan Bechinger und Julia Kovalenko für ihre außergewöhnliche Montageleistung an „Systemsprenger“. Die Jury, bestehend aus Katharina Blum (Film- und Medienstiftung NRW), Denys Darahan (Editor und Vorjahrespreisträger), Katalin Gödrös (Regisseurin), Eva Maschke (Bildgestalterin) und Roland Silbernagl (Schauspieler) begründete ihre Entscheidung wie folgt:
„Der Film nimmt sich eines komplexen Themas an, in dem wir eine Hauptfigur kennenlernen voller roher und nicht zu bändigender Energie. Die Montage spielt mit dem Kontrast von kindlicher Fröhlichkeit, Wut und bedrückender Schwere der Lebenssituation von Benny. Die Editorin und der Editor lassen gleichzeitig den notwendigen Raum für eine differenzierte und empathische Darstellung der Nebenfiguren, die sich mit ihr und um sie herum bewegen. Sie schaffen mit ihrer Arbeit ein Kraftfeld, das die Zuschauer selbst über den Schluss des Films hinaus in ihren Bann zieht.“

Der mit ebenfalls 7.500 Euro von der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst dotierte
Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm ging an Yana Höhnerbach für die herausragende Montage des Dokumentarfilms „Searching Eva“.
„Wie montiert man einen Film über einen Menschen, der nicht definiert werden will? Man bildet Kreise von Themen, webt Stimmen vom Innen und Außen hinein, verzichtet stringent auf zeitliche Chronologie und umrandet diesen Menschen dabei durch Schlaglichter der Selbstdarstellung, Beobachtungen von außen und Kommentaren aus dem archaisch-schwarzen Raum Internet. Yana Höhnerbach gelingt es mit der Montage, die Identität der Protagonist*in zu de-konstruieren. Die Montage macht dabei das Ungreifbare erfahrbar, verwischt Grenzen zwischen den Genres und lässt uns am Ende gleichermaßen ratlos wie erleuchtet zurück“, begründete die Jury um Veronika Hlawatsch (Sounddesignerin), Petra Hoffmann (Produzentin), Gesa Jäger (Editorin und Vorjahrespreisträgerin), Regina Schilling (Filmemacherin) und Teresa Vena (Filmjournalistin) ihre Entscheidung.

Die Jurys des Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm und des Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm entschieden gemeinsam über die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten
The Edit Space Förderpreis Schnitt, ermöglicht durch The Edit Space und das Land NRW. Sie zeichneten die Montageleistung von Sianne Gevatter an dem Kurzfilm „Nacht Ueber Kepler 452b“ mit folgender Begründung aus: „Aus einer Vielschichtigkeit von Ton- und Bildfragmenten montiert Sianne Gevatter eine Nacht im Fluss. Sie kreiert ein Figuren-Kaleidoskop, das eine kalte Realität in eine surreale und poetische Form bringt. Die Protagonist*innen behalten ihre Würde und bekommen den Raum, den sie brauchen und der es erlaubt, die Zuschauer emotional zu berühren. Empathisch und assoziativ komponiert die Montage das Material zu einem nächtlichen Rausch.“

Der Ehrenpreis Schnitt wurde in diesem Jahr an die Berliner Dokumentarfilmeditorin Karin Schöning für ihr Lebenswerk vergeben. Am Abend der Preisverleihung würdigte Regisseur Thomas Heise die Ehrenpreisträgerin mit einer weiteren Laudatio. Sowohl diese als auch die Laudatio von Gerd Kroske bei der Eröffnung findet ihr in Kürze auf unserer Homepage.

Bis zum 30.10. sind unsere Online-Inhalte noch verfügbar - unter anderem findet ihr hier einen kostenfreien Zusammenschnitt der Preisverleihung.

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